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| Schloss-Schänke Holzgünz - Inh. Gerda Hartl - Schlossweg 1 - 87752 Holzgünz - Tel. 0 83 93 - 922 722 |
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Zur Geschichte von Schloss Holzgünz
Die über 400 Jahre alten Mauern des Schlosses wurden vom Kreuzherrenorden als
Klosteranlage gebaut. Da die Memminger Kreuzherren starken Repressalien in der
reformierten Stadt Memmingen ausgesetzt waren, hoffte man hier im Falle einer
Vertreibung aus Memmingen ein neues Domizil zu finden. Dies wurde aber nie nötig, das
Kloster verblieb in Memmingen und die Schlossanlage in Holzgünz wurde als Sommersitz für den
Spitalmeister und einige Ordensleute genutzt. Es ist davon auszugehen, dass schon ab dem Jahre
1580 eine Brauerei bestand. Dies wurde dadurch begünstigt, dass auf dem Gelände eine Quelle
entspringt, die durch den Keller geleitet wurde (und wird). Die Wirtschaft löschte nicht nur den
Durst der Ordensleute, sondern das Bier fand in der Umgebung so reißenden Absatz, dass die
reformierten Memminger neidisch wurden und 1595 folgenden Erlass verkündeten:
Liebe Untertanen!
Nachdem zu Oberhofen und Holzgünz ein Weißbier
gesotten, ausgeschenkt und von vielen getrunken
wird, jetzt dazu gegengen wurde in solches Bier
unordentliche Materialien getan und gesotten, dass
die Leute so es trinken, nicht allein rasend, toll und voll
werden, sondern nocht toller, wilder und ungeschickter
als vom Wein. Teils sich mit großer Leichtfertigkeit
erzeigen, teils nicht mehr stehen können und
auf dem Feld liegend gefunden werden. Solches ist
für den Menschen ungesund und kann eine Krankheit
in den Flecken oder Ort gebracht werden Ein solches unordentliches Bier und Bierbrauen in die
Stadt zu tun und sieden ist gänzlich verboten. Aus diesen Ursachen ist eines ehrsamen Rats der
Stadt Memmingen ernstlicher Befehl, dass in Zukunft alle Untertanen und Hintersässen, Mann
oder Weib, Gesellen, Tochter, Magd und Ehehalten nicht mehr gen Oberholzgünz ins Bier gehen,
dasselbige nicht trinken oder von einem anderen Ort holen oder bringen lassen, wie auch die
Wirt hier und auf dem Land ein solches Weißbier nicht einlegen noch ausschenken dürfen. Denn
wer oder welche solches Verbot überfährt, soll deswegen zur unnachlässigen Strafe von einem
Gulden verfallen sein. Danach weiß sich meniglich zu richten.
Die Leute scheinen sich nur leidlich an das Verbot gehalten zu haben; jedenfalls existiert
die Wirtschaft bis heute noch. Im ersten Stock der jetzigen Schloß-Schänke befindet sich ein Tanzsaal
mit Ausschmückungen aus der Jahrhundertwende. Im Ostflügel ist besonders der ehemalige
Konventsaal (Rittersaal) sehenswert, mit Stuckaturen von Andrea Maini und mit Mobiliar um
1870. Die Schlosskirche wurde 1586 eingeweiht. Kunstgeschichtlich besonders interessant sind
die hölzerne Kassettendecke und die gut erhaltenen Fresken aus der Renaissance.
Entnommen aus dem Buch: Holzgünz, Sommersitz der Memminger Kreuzherren von Hermann Immerz, mit freundlicher Genehmigung des Autors.
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